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Saturday, June 09, 2007

Did You Know I Spoke German?

Not really. But here's my interview in the Basler Zeitung of last Wednesday:-

„Es gibt keinen Zweifel, dass dieses unser Land ist“

Siedler Warum sich Israelis im palästinensischen Land niederlassen

Yisrael Medad (60) lebt in der israelischen Siedlung Shilo südlich von Nablus im besetzten Westjordanland. Der Ort ist biblisch und Medad sagt, er wohne auf diesem Land, weil niemand sagen könne, es gehöre nicht den Juden.

Sybille Oetliker, Shilo

Der Ort hat etwas Idyllisches. Yisrael Medad empfängt draussen, in der Natur. Ganz oben auf einem Hügel, im Schatten eines Maulbeerbaumes in einem kleinen öffentlichen Park in der Siedlung Shilo. Die beiden Barrieren an der Einfahrt, welche den Ort vor fremden Besuchern schützen, und nur für Bewohner und angemeldete Gäste geöffnet werden, sind bald vergessen, wenn Medad über die endlose hüglige Landschaft mit Olivenhainen zeigt, die um Shilo liegen.

Medad gehörte 1981 zu den ersten, die sich dort niedergelassen haben. Heute leben 2000 israelische Siedler in der Einfamilienhäuschen-Siedlung. Shilo Ort liegt im Norden des von Israel 1967 besetzten palästinensischen Westjordanlandes, zwischen Jerusalem und Nablus. Medad allerdings würde Shilo aber nie so beschreiben. Er sagt, der Ort liege in „Samaria in Israel“. Hier hätten, erklärt er freundlich, schon zu biblischen Zeiten Juden gelebt. Deswegen habe er sich, drei Jahre nachdem er aus New York nach Israel eingewandert war, mehr aus nationalistischen denn aus religiösen Motiven, wie er betont, hier niedergelassen. „Ich wollte an einem Ort leben, von dem niemand je sagen kann, es gehöre uns nicht“.

Medad ist davon überzeugt, dass „wir Juden, von Anfang an hier waren“. Die Araber hingegen, sagt er, „kamen erst mit dem Islam, im 7. Jahrhundert“. Sie seien also die eigentlichen Besatzer. Wenn sie allerdings bereit seien, mit dem Terror gegen die Israelis aufzuhören, dürften sie als Teil des Landes hier bleiben. Andernfalls könnten sie auch gehen, schliesslich gebe es über 20 arabische Staaten in Region, während es nur einen einzigen jüdischen gebe.

Die Forderung der internationalen Gemeinschaft und auch der palästinensische Regierung nach einem palästinensischen Staat auf der Basis der Grenzen von 1967, lehnt Medad ab. Dass auch Israel sich offiziell zur Zwei-Staaten-Lösung bekennt, ändert daran nichts. So macht auch die Mauer, die Israel zur Ausgrenzung der palästinensischen Bevölkerung baut, für Medad keinen Sinn. Sie sei unnötig und schütze im Ernstfall eh nicht, findet er. Vielmehr müsse die Militärpräsenz verstärkt werden, denn: „Die Palästinsner wollen uns Juden aus Judäa, Samaria und Gaza vertreiben“. Das komme einer ethnischen Säuberung gleich.

Medad ist es gewohnt, mit seinen Ansichten auf Widerspruch zu stossen. Er hat als ehemaliger Sprecher der Siedlerbewegung schon unzählige Diskussionen über die Rolle der Siedler im besetzten palästinensischen Gebiet geführt und kennt alle Argumente und Gegenargumente auswendig. Das hindert ihn nicht daran, jedes Mal aufs Neue seinee Haltung beherzt und kompromisslos zu verteidigen.

Nicht nur im Ausland stösst er damit immer wieder auf Kritik. Auch in Israel selber. Denn Siedler haben zwar eine mächtige Lobby kein besonders gutes Image. Schon gar nicht solche wie Medad, die in kleinen Siedlungen tief im Westjordanland leben. Shilo liegt 27 Kilometer von der international anerkannten Grenzlinie entfernt. Die Regierung Olmert wurde im März 2006 mit einem Programm gewählt, das versprach Siedlungen zu räumen – ein Plan, der allerdings bislang blosses Papier blieb.

Noch immer schützen israelische Soldaten im Auftrag des Staates die Siedler im Westjordanland während die palästinensische Bevölkerung schikaniert und in isolierte Enklaven gedrängt wird. Selbst die gut ausgebaute Strasse, die von Jerusalem in den Norden Richtung Nablus führt, ist für die meisten Palästinenser nicht befahrbar. Israelische Fahnen flattern am Strassenrand, obschon sie mitten durch das Westjordanland führt.

Dass die Besatzung die Unterdrückung der palästinensischen Bevölkerung mit sich bringt und für diese mit viel Leid verbunden ist, bestreitet Medad nicht. „Ich bin mir der humanitären Aspekte bewusst“, stellt er klar. Für ihn aber ist das bloss eine Antwort auf den „Terror der Araber“.